Paderborn, Privathaus Zacharias (2020)
Glasgestaltung für eine Ganzglastüranlage
Es wird vorgeschlagen, die beiden Glaselemente mit einer dezenten, teilverspiegelten Gestaltung zu überspannen. Im Zuge dessen wird die Glastür sowohl Grenze zwischen den Räumen als auch visuell durchbrochene Oberfläche.
Die Entwurfsversionen machen scheinbar unsichtbare Strukturen der Natur spielerisch sichtbar. Das feine Netz entsteht durch die Neuordnung umgewandelter rasterelektronenmikroskopisch vergrößerter Blütenstaub-Pollen in computergenerierte Texturen (Entwurf A), lässt vielleicht an florale Musterungen orientalischer Teppiche denken und bietet Raum für freie Assoziationen.
Es ist die Doppeldeutigkeit, die dem Gefüge seine Beschaffenheit gibt; Ebenen, die sich entweder noch im Aufbau – das Digitale hat dabei auch etwas Zukünftiges – oder schon wieder im Zerfall befinden – Werden und Vergehen.
In Entwurf B & C zeichnen sich darüber hinaus abstrakte, organische Umrissformen diverser Pollenarten (Esche, Gänseblümchen, Geranie, Hyazinthe, Kirsche, Liguster, Madonnenlilie, Nelke, Sonnentau, Spierstrauch, Springkraut, Walnuss, Winterjasmin) ab, die sich einerseits frei über die Flächen bewegen, andererseits eine Verknüpfung mit dem jeweils individuellen Liniengefüge des Hintergrundes eingehen und ideell über den Bildrand hinaus fortgesetzt gedacht werden können.
Technische Ausführung/Raumwirkung
Sicherheitsgläser als Verbundsicherheitsgläser (VSG) oder Einscheibensicherheitsgläser (ESG). Aktuell wird an ein Chromhaltiges Mehrfachschichtsystem mit einseitiger Bearbeitung gedacht. Im Resultat entstehen detaillierte manuell belastbare, teilverspiegelte Bereiche mit vielschichtigem Kontrast. Sie reflektieren die Umgebung und erscheinen je nach Lichteinfall und Standort der Betrachter*innen entweder fast aufgelöst und mit der Umgebung verschmelzend oder changieren von silbrig bis dunkelgrau. Eine zusätzliche dezente Farbigkeit kommt also nur durch wechselnde Einflüsse in das Bild. Durch die feine Strukturierung bleiben die Räume trotzdem zum großen Teil offen und transparent. Ziel ist es, Transparenz und Aufprallschutz praktisch und optisch hochwertig zu verbinden. Die so gestalteten Gläser lassen sich zudem gut und einfach reinigen.
Entwurf A:
Entwurf B:
Entwurf C:
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