Kaufungen, Stiftskirche (2023/24)

Kaufunger Kreuz
Kaufunger Kreuz

Einrichtungsgegenstände für die Stiftskirche Kaufungen

 

Überarbeitung 03/2024

Atelier Michael Lönne + Jörn Neumann, 2024

 

 


Überarbeitung 03/2024

 

 

Taufstein

 

In formaler Anlehnung an die Prinzipalstücke im Altarraum erhebt sich eine aus Metall geschaffene Klammer L-förmig über den gotischen Taufstein. Sie ersetzt die vorhandene Halterung für die Taufschale.

 

Ein Teil der Ebene, die sich aus den Prinzipalstücken ableitet, wird um 90° vertikal nach unten gefaltet. Der andere Teil ist oberer Abschluss und Abstellmöglichkeit z. B. für die Taufkanne. Die andere Hälfte der Klammer bleibt hingegen offen und transparent. Das Innere des Taufsteins ist somit weiterhin sichtbar.

 

 


Überarbeitung 03/2024

 

 

Taufschale

  

 

In Anlehnung an die Konstruktion der Prinzipalstücke wird auch bei der Taufschale die Verbindung von geometrischen Grundformen weitergeführt.

 

Herleitung der Form: Einem Quadrat ist ein Kreis einbeschrieben. Drei der den Kreis umgebenden Flächen werden wieder aufgelöst, sodass die eine verbleibende Fläche zusammen mit der Kreisfläche eine Art Tropfenform bildet. Die Form korrespondiert mit den reliefierten Mantelflächen des Taufsteins.

 

Material: Aus Messing gedrückte Taufschale, geschliffen, anlaufgeschützt 

 

Taufkanne

 

Die charakteristische Tropfenform der Taufschale prägt auch die obere Öffnung der Taufkanne. Ein schlanker Zylinder wird über die gesamte Höhe keilförmig eingeschnitten und an den Schnittstellen eine längliche Tülle angesetzt. Die runde Grundfläche des Zylinders bleibt erhalten. Taufkanne und Taufschale bilden so ein stimmiges und für die Stiftskirche spezifisches Ensemble.

 

Material: Messing, geschliffen, anlaufgeschützt


Überarbeitung 03/2024

 

 

Beistelltisch

 

 

Die Konstruktion ist bewußt schlicht gehalten, orientiert sich aber am Altartisch. Mit einer Höhe von ca. 75 cm ordnet sich der Beistelltisch dem Altar unter. Größere Schalen können darauf platziert werden, ohne den Altar zu verdecken.

 

Das Gestaltungselement der Viertelkreise wird hier reduziert angewandt. Zwei bodennahe Rundungen an den Stützen deuten darauf hin, dass der Beistelltisch um 90° gedreht werden kann, wenn z. B. eine höhere Ablagefläche analog zum Altar benötigt wird. Neben fest verbundenen Flächen unterstützt eine variable, nahezu quadratische Tischplatte die Wandelbarkeit des Möbelstücks.

 

An zwei Seiten werden Öffnungen für einen flexiblen Bodenschutz vorgesehen.

 

Material: Messing, geschliffen und brüniert, gewachst, Holz, gedunkelt  


Überarbeitung 03/2024

 

 

Vasenobjekte

 

 

Der Vorentwurf für die Blumengefäße sah ein Metallgestell mit eingestellter kreisrunder Glasschale vor. Da die Kombination Glas/Metall bei allen anderen Ausstattungsstücken nicht vorkommt, ist nun ein Alternativentwurf entstanden. Dieser sieht ein modulares System aus schlanken, brünierten Messinggefäßen vor, die den Blumenschmuck aufnehmen. Die Gefäße werden in gedunkelten, offenen Holzkuben gehalten. Sie können variabel, z. B. aufgereiht oder quadratisch gruppiert, aufgestellt werden. Der Blumenschmuck sollte nicht an die Höhe des Altarkreuzes heranreichen oder es gar überragen.


Überarbeitung 03/2024

 

 

Schalen

 

 Material: Messing, geschliffen, brüniert



Einrichtungsgegenstände für die Stiftskirche Kaufungen

 

Überarbeitung 02/2024

Atelier Michael Lönne + Jörn Neumann, 2024

 

 


Überarbeitung 02/2024

 

 

Taufstein

 

In formaler Anlehnung an die Prinzipalstücke im Altarraum erhebt sich eine aus Metall geschaffene Klammer L-förmig über den gotischen Taufstein. Sie ersetzt die vorhandene Halterung für die Taufschale.

 

Ein Teil der Ebene, die sich aus den Prinzipalstücken ableitet, wird um 90° vertikal nach unten gefaltet. Der andere Teil ist oberer Abschluss und Abstellmöglichkeit z. B. für die Taufkanne. Die andere Hälfte der Klammer bleibt hingegen offen und transparent. Das Innere des Taufsteins ist somit weiterhin sichtbar.

 

 


Überarbeitung 02/2024

 

L-Module

 

Varianten mit dunklen Holzfronten in Anlehnung an die Sonderversion des Stuhlmodells 471 von Thonet.

 

 




Überarbeitung 02/2024

 

Kerzentisch

 

Der Kerzentisch findet seine Position unter dem hinteren dreibahnigen Maßwerkfenster an der Südwand des Seitenschiffes. 

 

Das dreiteilige Objekt nimmt das Material der Prinzipalstücke und der L-Module im Eingangsbereich auf.

 

Zwei Elemente sind als Orte für Kerzen konzipiert. Die polierten Flächen hinter den Kerzenfeldern reflektieren das Kerzenlicht. 

 

Das dritte Element ist in der Funktion variabel. Als Bestandteil der Dreiergruppe nimmt die obere Ablagefläche z. B. die Gebetskarten auf. 

 


Bei Tauffeiern im Altarraum fungiert dieses Element als Gestell für die Taufschale. Die Gebetskarten können dann vorübergehend in einem seitlichen Fach des Kerzentisches abgelegt werden. Fächer für Kerzen sowie eine Spendenbox werden berücksichtigt.

 

Die einzelnen Objekte können gut von Ort zu Ort bewegt werden und sind dadurch mobil. 

 




Einrichtungsgegenstände für die Stiftskirche Kaufungen

 

Skizzierte Idee: Atelier Michael Lönne + Jörn Neumann, 2023

 

 

Vierung 

 

Im historisch gewachsenen Bestand der Stiftskirche nimmt sich das Entwurfskonzept kompositorisch zurück. Ziel ist es, eigenständige Lösungen zu entwickeln, die den historischen Bestand respektieren und behutsam daran anknüpfen, die eine Balance zwischen bestehenden und neuen Elementen, Materialien und Oberflächen sucht. Alle Prinzipalstücke sind schlicht gestaltet und auf ihre je dienende Funktion reduziert. Vorgefundenes wird aufgegriffen und weiter interpretiert.

 

Die Entwürfe für die Einrichtungsgegenstände sind als erste Ideen und als Basis für ein Gesamtkonzept zu verstehen. Proportionen und Abmessungen können anhand von Volumenmodellen geprüft und ggf. angepasst werden. 

Altar

 

Inspiration ist das in Stein gemeißelte Kaufunger Kreuz an einem romanischen Pfeiler im Chorraum der Stiftskirche. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Konstruktion des Liniengefüges, das dem Anschein nach verflochten ist. Anders betrachtet, sind es geometrische Figuren, die als Doppelkonturen das Kreuz bilden. Der Entwurf repliziert diese Grundfiguren und überführt sie spielerisch in eine neue räumliche Form.

 

In Summe sind es zwölf klammerartig verbundene Figuren. Sie symbolisieren die um Christus gebildete Gemeinschaft. Die Transformation steht zeichenhaft für die lebendige Entwicklung, die zu immer Neuem führt, aber auf eine innere Kraft bezogen bleibt.

 

Der Altar findet seinen Platz im Zentrum der Vierung. Im aufgeräumten Raum der Stiftskirche gestaltet sich der Altar aus der Blickrichtung vom Kirchenschiff klar und einfach strukturiert. Fast durchsichtig in der Frontalansicht gibt ein dunkles 

Liniengefüge den Blick auf den Raum dahinter frei. Beim Gang durch den Raum wird der Altar als Körper spürbar, bleibt aber aus jeder Sichtachse durchlässig. Die oberen Öffnungen der klammerartigen Grundkonstruktion werden geschlossen als Mensa 

ausgebildet. Das Wechselspiel aus rechtwinkligen und abgerundeten Ecken und Kanten nimmt hierbei Bezug auf den heterogenen Bestand der Stiftskirche.

 

Durch die modulare Konstruktion ist der Altar mobil. Einzeln können die Elemente transportiert und auch variabel im Raum verteilt werden. Die weiteren Prinzipalstücke werden aus der Form des Altars als Ausgangspunkt hergeleitet.

Altarleuchter

 

Die Altarleuchter sind wie ein flacher Kubus mit innerer Tropfschale und je einer abgerundeten Ecke konstruiert. Unterhalb der Leuchter wird eine Schattenfuge ausgebildet. Es werden insgesamt vier Leuchter vorgeschlagen. Zwei für den neugestalteten Altar und zwei für den bestehenden gotischen Steinaltar im Chorraum der Stiftskirche.

 

Das Ensemble lässt ein geschlossenes Ganzes entstehen und verbindet Altarraum mit oberem Chorraum. Zudem wird der Vorschlag von Frau Dekanin Jelinek berücksichtigt, die Bronzeleuchter von Hermann Pohl ggf. in die St. Georgskapelle zu verlagern.

 

 

Objekt für Kerzen zum Totengedenken

 

Das Objekt für Kerzen zum Totengedenken wird als formal und farblich zum Altar passende Metallschale auf dem Altar konzipiert.

 

 

Bibelablage

 

Es wird vorgeschlagen, die Objekte in der Vierung durch eine passende Bibelablage zu ergänzen. Ein gefaltetes Metallblech bildet die schräge Ablage mit Anlegekante für die Altarbibel.


Altarkreuz

 

Das Kreuz von Hermann Pohl auf dem gotischen Steinaltar am Chorabschluss ist in Größe und Ausgestaltung sehr prägnant. Gleichzeitig ist es im isochromen Umfeld des Raumabschlusses für manche Besucher:innen der Stiftskirche schlecht zu erkennen. Pohls Kreuz wird skizzenhaft und ohne auf Details einzugehen proportional nachgezeichnet und wie bei einer Projektion in den Raum transformiert. Durch diesen Dialog wird auch Vorhandenes ganz neu erfahrbar.

 

Das Altarkreuz betont den Altar als Ort der Christusbegegnung. Haupt- und Querschiff der Stiftskirche treffen in der Vierung zusammen. Die Konstruktion des Kreuzes ist damit vergleichbar, indem zwei quaderartige Körper sich überschneiden. Nur die Konturen sind sichtbar. Somit ist das Kreuz durchlässig wie der Altar. Das Dahinter wird nicht abgeschirmt.

 

Wie der Altar besteht die Konstruktion aus zwölf einzelnen, aus dem Kaufunger Kreuz generierten Figuren. Die Körperkanten der schlanken Metallstäbe sind den Betrachter:innen zugewandt. Eine vierkantige Metallstange und ein quadratischer Fuß fungieren als Stütze. Je nach Lichteinfall entsteht auf dem Material ein dezentes Spiel mit dem Raumlicht. Der Kontrast aus schlanker Ansichtsfläche und größerer Tiefe lässt beim Gang durch den Raum immer wieder neue, spannende Perspektiven entstehen.


Lesepult

 

Zwei Klammern formen das Lesepult. Wie der Kanzelkorb ist die vordere Seite geschlossen. Diese rechteckige Ebene entspricht einer Fläche der Altarmodule. Das vertikale Feld sorgt für Abschirmung und Sicherheit der vortragenden Personen. 

 

Aus dem Grundgerüst erhebt sich das Kopfteil, durchlässig wie der Altar. Oben befindet sich eine Lesefläche, darunter ein Ablagefach. Das Kopfteil kann über einen einfachen Mechanismus in der Höhe verstellt werden.

 

Ebenfalls höhenverstellbar ist das im Lesepult integrierte Schwanenhalsmikrofon mit Körperschall-Entkopplung und eingebauter Leseleuchte. Zwischen Front und Kopfteil wird das Mikrofon als schlanke Linie nach oben geführt. Von den wortführenden Personen aus gesehen ist es aktuell an der rechten Seite geplant. Denkbar wäre auch eine zentrale oder nach links gerückte Position. Die Lesefläche bleibt unberührt. Das Lesepult ist mobil.

 

 

Kanzel

 

Der vorhandene markante Handlauf auf der Treppe zur Kanzel ist Anknüpfungspunkt für die weitere Gestaltung. Die Raumlinie wird aufgegriffen und als Doppelkontur weitergeführt. Vom Altarraum ragt sie empor und umklammert die Kanzel. Zusätzlich 

wird der Kanzelkranz aufgelöst. Das lässt die Kanzel optisch ruhiger und schlanker wirken, die Vertikale wird betont.

 

Der Aufbau des Kopfteils ähnelt dem des Lesepults und ist höhenverstellbar. Ein Holzpodest ist dann nicht mehr nötig. Durch die losgelöste seitliche Platzierung des höhenverstellbaren Mikrofons mit Körperschall-Entkopplung und Leselampe bleibt die Lesefläche frei.

 

 

Liturgische Farben

 

An dem vorderen Kanzelsteher kommen die liturgischen Farben Weiß, Rot, Grün, Violett entsprechend der Zeit des Kirchenjahres im Raum zum Tragen. Einzelne, übereinander geschichtete Elemente wirken im Wesentlichen durch ihre Farbigkeit. Sie bilden einen länglichen, in sich gegliederten, geometrischen Körper. Dessen Grundfläche ist quadratisch, während die Deckfläche eine runde Form aufweist. In ihrer Gesamtheit werden die Einzelteile so von einer übergeordneten Form geprägt. Fast unmerklich ist die Verwandlung. Sie steht für die Veränderung und die Entwicklung und verweist damit auch auf den „gelebten christlichen Glauben“.[1]

Das Material Filz besitzt eine ganz verdichtete Stofflichkeit. Die strukturierten Wollfasern lassen die Farben besonders lichtgesättigt erscheinen. Eckig eingeschnittene Filzscheiben werden aufgefädelt und in mobilen Depots aus dünnem Metallblech befestigt. Am vorderen Kanzelsteher befindet sich eine quadratische Standfläche zur Aufnahme des jeweiligen Depots. Die Verbindung erfolgt über unsichtbare Magnete. In der Sakristei wird ein Archiv für die liturgischen Farbobjekte eingerichtet. Ergänzend können augenfällige farbige Filzauflagen die Leseflächen an Kanzel und Lesepult sowie die Bibelablage akzentuieren.

 

Anmerkungen

 

[1] Vgl. Dekanin Carmen Jelinek: Zum Geleit, in: Die Stiftskirche Kaufungen und Kaiserin Kunigunde - Ein Kirchenführer, Kassel 2004, S. 3


Osterkerzenständer

 

Die Formensprache der zuvor beschriebenen Prinzipalstücke wird aufgegriffen und als schlankes Gerüst für den Osterkerzenständer weiterentwickelt. Durch eine Schattenfuge getrennt, befindet sich über dem Gestell ein als Tropfschale ausgebildeter flacher Kubus mit zwei abgerundeten Ecken.

 

Die Tropfschale kann für die Reinigung abgenommen werden. Im Zentrum der Tropfschale befindet sich ein Gewinde zum Ein- und Herausdrehen des Kerzendorns. Der Osterkerzenständer ist mobil.


Taufschalenständer

 

Das Konzept sieht vor, dem mobilen Taufschalenständer einen angemessenen Ort am gotischen Taufstein gegenüber dem Altar zuzuweisen. Eine aus Metall geschaffene Klammer schafft die visuelle Verknüpfung von Taufstein und Taufschalenständer – sie erhebt sich L-förmig über den Taufstein und ersetzt damit das vorhandene Gestänge.

 

Da der Taufstein mit Ablage für die Taufschale relativ hoch ist, bietet die tiefere Ebene des mobilen Taufschalenständers eine (vielleicht willkommene) Alternative bei Tauffeiern im Eingangsbereich. Der Ort für die bestehende Taufschale wird dadurch variabel. 

 

Der Taufschalenständer folgt dem klammerartigen Aufbau des Altars. Ein Teil der rechteckigen geschlossenen Ebene ist hier oberer Abschluss – in die Deckfläche wird eine kreisrunde Öffnung für die bestehende Taufschale geschnitten – der andere Teil wird um 90° vertikal nach unten gefaltet.

 

Darüber hinaus wird eine Abdeckung vorgeschlagen, die je nach Standort der Taufschale die andere Öffnung verschließt. Diese Abdeckung ist nicht mit einem klassischen Taufdeckel zu verwechseln, sondern kann eine zusätzliche 

Ablagemöglichkeit bieten. Die vierfach in die Fläche eingeschnittene Vertiefung verbindet die Funktion einer Griffmulde mit dem Zeichen des Kreuzes, um dem Sakrament der Taufe zusätzlich ein optisches Gewicht beizumessen.,


Gebetsecke (Bedarfe)

 

Das Objekt nimmt das Material der Prinzipalstücke auf. Eine Ablage für Gebetskarten, Fächer für Kerzen sowie eine Spendenbox werden integriert. Das Objekt kann gut von Ort zu Ort getragen werden und ist dadurch mobil.

 

Der Bereich zwischen Taufstein und dem mittleren Türfeld der historischen Eingangshalle im Westwerk wird als Ort für die Gebetsecke vorgeschlagen. Durch die Position in einer Achse mit Taufstein und Altar bleibt die Symmetrie der Stiftskirche erhalten.

 

In dem Zusammenhang wird vorgeschlagen, den Bereich der Gebetsecke sowohl von der Eingangshalle als auch vom Kirchenraum räumlich etwas abzugrenzen, um eine angemessene stille Zone zu schaffen, wo Menschen für sich sein können. Dies geschieht nach Osten hin durch eine mobile transluzente Stellwand aus Leichtmetall und Holz.

 

Die Stabilisierung erfolgt über Bodenhülsen. Das zweiteilige Objekt greift die helle Farbigkeit der Wände und des Bodens auf. In die Fläche ist eine feingliedrige Struktur eingeschnitten, die für eine gewisse Abschirmung sorgt, aber nicht hermetisch abschottet. Die Struktur entwickelt sich als ruhiger, flächiger Rapport aus Dekoren der Stiftskirche.

 

Eine Abschirmung nach Westen kann erreicht werden, indem das Glas der mittleren Tür teilmattiert wird. Dies könnte vor Ort mittels Ätzung ausgeführt werden. Darüber hinaus bietet die vertikale Türstange die Möglichkeit zur Anbindung einer hochrechteckigen Reflexionsfläche für die Kerzen. Der mittlere Durchgang würde damit entfallen. Die Durchgänge links und rechts zur Eingangshalle bzw. in den Kirchenraum bleiben aber erhalten.

 

Alternativ kann in einem der Seitenschiffe ein Ort für die Gebetsecke gefunden werden. Formuliert wird hier eine Grundidee. Modifikationen sind möglich. 


Material

 

Mit der Ausführung in Messing wird ein Material vorgeschlagen, das bereits im Kirchenraum vorhanden ist (Handlauf der Kanzeltreppe, Wilhelm-Orgel[2] und Portal[3]) und geschichtlich mit der nahe gelegenen St. Georgskapelle[4] und dem Ort Oberkaufungen verbunden ist.[5] Alternativ zum Messing, das ja eine Kupferlegierung ist, können die Prinzipalstücke aus Kupfer gefertigt werden. Auch eine Kombination aus Messing, Tombak und Kupfer ist denkbar.

Durch unterschiedlich starkes Brünieren der individuell vorbehandelten Oberflächen lassen sich differenzierte dunkle Tonwerte mit lebendiger Oberfläche erzielen, die mit der Farbigkeit der Stühle und dem Handlauf der Kanzel korrespondieren. Im richtigen Licht lässt sich dann erkennen, dass z. B. der tiefe Goldton von Messing oder die warme kupferrote Grundfarbe von Kupfer erhalten bleibt. Durch die Anwendung verschiedenartiger Schliffbilder und Metall-Legierungen sowie Stufen der Brünierung heben sich die einzelnen klammerartigen Teile dezent voneinander ab. Der besondere handwerkliche Charakter wird dadurch hervorgehoben.

 

Anmerkungen

 

[2] Die Verzierungen der Wilhelm-Orgel sind mit Messing belegt. Vgl. Kim Henneking: Der Schatz der Gemeinde, in: https://s0f44453aea47f174.jimcontent.com/download/version/1571767343/module/13248996236/name/HNA26.11.18RestaurationOrgel.pdf. 

[3] Vgl. Lutz Herzog: Neues Portal für Stiftskirche, in: https://s0f44453aea47f174.jimcontent.com/download/version/1550400411/module/13267201836/name/HNA6.2.19NeuesPortal.pdf.

[4] Um 1532 verlor die St. Georgskapelle ihre ursprüngliche Zweckbestimmung als gottesdienstliche Stätte. Sie wurde als Brennhütte zur Herstellung von Messing genutzt. Deshalb heißt der Platz um die St. Georgskapelle „Hüttenhof“. Vgl. https://www.ev-kirche-oberkaufungen.de/wissenswertes/stiftskirche/georgskapelle/. 24. Okt. 2023 09:09:51 GMT

[5] In Oberkaufungen existierten um 1600 Schmelzhütten für Kupfer und Messing. Vgl. Festschrift Stiftskirche Kaufungen Wiedereröffnung 2018, https://www.ekkw.de/blick-in-die-kirche/download/blick_0418_nichtinheft2.pdf. Hier Seite 75


Haupteingang (Bedarfe)

 

Die Form der Objekte greift Versprünge im Bestand auf. Materialien, Farben und Oberflächen knüpfen an Vorhandenem an. Es ist denkbar, dunkel gebeiztes Holz in Analogie zu den Stühlen für das geometrische Volumen und brünierte Metallbeine zu verwenden. Für ein betonendes Erscheinungsbild mit starker Identität ziert kontrastierendes Echt-Steinfurnier die Fronten der Schranktüren. Alternativ können die Fronten auch passend zum Grundmaterial sowie farbgleich und damit zurückhaltend ausgeführt werden.

 

Zum Konzept des L-Moduls gehört verschiedenartiges Zubehör, das für spezifische Funktionen vorgesehen ist. So kann das Modul beispielsweise eine Platte mit integriertem Stecksystem und Haltern für Informationsmaterial (Schriften, Flyer, Postkarten, etc.) oder zur Ablage von Objekten aufnehmen, das L-Modul 1 vis-à-vis dem Portal kann mit einer Ablage für das Gästebuch und Fächern für Regenschirme ausgestattet werden.

 

Das L-Modul 3 folgt der benötigten Funktion bei Gottesdiensten. Der schmale Teil nimmt die Abmessungen der Gesangbücher auf. In mobilen Einzelbehältern werden jeweils mehrere Gesangbücher aufgereiht gelagert. Beim Ausgeben und Einsammeln der Gesangbücher werden die Behälter auf den L-Modulen platziert und anschließend wieder im Modul verstaut. Im tieferen Teil des L-Moduls können z. B. Decken zur Entnahme und Rückgabe deponiert werden. Alternativ kann in Analogie zu den Behältern für die Gesangbücher ein mobiler Kasten für die Decken eingeplant werden. Je zwei Module bilden den Abschluss der linken und rechten Stuhlreihe. Gleichzeitig nehmen sie deren Breite auf.

 

Bei bestimmten Anlässen können die Module aber auch einzeln im Raum verteilt oder zu einer größeren Fläche gruppiert werden. Durch die L-Form des Moduls ist sowohl eine rechteckige als auch kreuzförmige Formation möglich.

 

Die L-Module sind mobil. Zusätzlich wird eine spezielle Hebevorrichtung angefertigt, die eine ergonomische Handhabung und den Standortwechsel der Module auch im bestückten Zustand erlaubt. Die Module werden nur so hoch wie nötig gehoben, positioniert und einfach wieder abgestellt. Hochwertige, leicht drehbare Lenkrollen mit bodenschonendem Belag sorgen für eine variable Aufstellung und Mobilität in alle Richtungen.

 

Es wird vorgeschlagen, den provisorischen Ort für Präsentationen an der Holzwand im nördlichen Seitenschiff, welche Kirchenraum und Teeküche trennt, aufzugreifen und in eine definierte Informationsfläche umzuwandeln. Aushänge oder Plakate könnten so weiter direkt im Eingangsbereich präsentiert werden, ohne zusätzlich Raum dafür schaffen zu müssen. Die Befestigung ist über schlichte, optisch passende Magnete an dunklen Metalltafeln, die auf das Holz gesetzt werden, möglich. Während der Schirmständer im Eingangsbereich vorzufinden ist, werden mobile Garderobenständer im Stauraum des südlichen Querschiffs integriert.

Farben und Details können gff. angepasst werden.